Zusatzleistungen

Zusatzleistungen in der Gynäkologie

Auf Wunsch führen wir für Selbstzahlerinnen auch Untersuchungen durch, die über den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen (Individuelle Gesundheitsleistungen – IGeL):

Kontrovers diskutiert wird der Nutzen – im Sinne eines Überlebensvorteils – des gynäkologischen Ultraschalls im Rahmen der Früherkennungsuntersuchung. Dies hat damit zu tun, dass es bei solchen Untersuchungen auch Befunde gibt, die keiner weiteren Therapie bedürfen, Patientinnen jedoch beunruhigen oder gar zu einer unnötigen Operation führen können.  Wir stellen Ihnen hier die verschiedenen Möglichkeiten vor, die wir auch in unserer Praxis durchführen. Im persönlichen Gespräch beraten wir Sie, ob eine Untersuchung bei Ihnen sinnvoll sein kann.

Beurteilung der Gebärmutter

Die Ultraschalluntersuchung erlaubt eine Beurteilung möglicher Veränderungen der Muskelschicht der Gebärmutter und kann größere Unregelmäßigkeiten der Gebärmutterschleimhaut aufzeigen. Insbesondere nach den Wechseljahren hat der vaginale Ultraschall einen Stellenwert bei der Beurteilung der Gebärmutterschleimhaut.

Beurteilung der Eierstöcke

Bösartige Tumore der Eierstöcke verursachen oft erst im Spätstadium Beschwerden. Durch die späte Entdeckung verschlechtern sich die Heilungschancen. Wünschenswert wäre eine wirksame Früherkennung. Auch wenn diese nicht sicher gelingt, zeigen Erkenntnisse einer Studiengruppe aus Leuwen, Belgien, dass erfahrene Mediziner bei einer Untersuchung mit hochauflösendem Ultraschall mit recht großer Genauigkeit zwischen harmlosen und abklärungswürdigen Befunden unterscheiden können

Brustultraschall

Brustkrebserkrankungen in der Bevölkerung haben in den letzten Jahren zugenommen, sodass derzeit ca. jede achte Frau davon betroffen ist. Gleichzeitig haben eine verbesserte Früherkennung und moderne Behandlungsmethoden die Therapien erfolgreicher gemacht. Nach fünf Jahren leben noch deutlich über 80 % aller Betroffenen. Junge Frauen erkranken selten an Brustkrebs. Ab 40 Jahren steigt die Erkrankungshäufigkeit an, ab 50 Jahren deutlich, ab 70 Jahren sinkt sie wieder ab. Die gesetzliche Vorsorge umfasst die Röntgenuntersuchung der Brust (Mammografie) zwischen 50 und 69 Jahren.

Die Tastuntersuchung ist eine gute Methode, größere Auffälligkeiten der Brust oder der dazugehörigen Lymphknoten zu erkennen. Kleinere Auffälligkeiten sind jedoch nicht gut tastbar und lassen sich besser und ohne Strahlenbelastung durch Ultraschall erkennen. Eine Ultraschalluntersuchung der Brust (Mammasonografie) bietet bei sehr dichtem Brustgewebe Vorteile gegenüber der Mammografie. Sie kann ab 40 Jahren, in manchen Fällen auch früher sinnvoll sein.

Warum ist die Mammasonografie zur Vorsorge dann keine Kassenleistung? Die wissenschaftliche Datenlage erlaubt derzeit mangels Studien keine Empfehlung. Der Schaden einer möglichen Überdiagnostik durch ggf. unnötige Sorgen oder weiterführende Untersuchungen bei harmlosen und/oder unklaren Befunden sollte in Relation zum Nutzen gesetzt werden.

Bitte sprechen Sie uns an, wenn Sie eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung oder weitere Aufklärung wünschen.

Pap und HPV-Test

Auf Wunsch machen wir wie bisher jährlich einen Zellabstrich auf veränderte Zellen am Gebärmutterhals (= Abstrich nach Papanicolaou) mit oder ohne Abstrich auf Humane Papillomaviren. Auch bei Patientinnen, deren Gebärmutter entfernt ist, kann ein Abstrich sinnvoll sein und auf Wunsch durchgeführt werden.

Infektionen bei sexuellem Kontakt

Bei begründetem Verdacht auf eine entsprechende Erkrankung werden die Kosten von den Krankenkassen übernommen. Ansonsten müssen die Kosten selbst übernommen werden. Gerne berate ich Sie, welche Untersuchungen in Ihrer Situation sinnvoll sind.

Kosten für Verhütungsmittel werden bis zum 22. Geburtstag je nach Verhütungsmittel und Alter der Patientin ganz oder teilweise von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen.

Verhütung

Urinuntersuchung auf Chlamydien . Diese erfasst aber nur einen Teil der Erkrankten, da nicht jede Chlamydieninfektion mit einer Infektion der ableitenden Harnwege einhergeht. Gerne führen wir auf Wunsch stattdessen die empfindlichere Untersuchung mit einem Abstrich aus dem Gebärmutterhals durch.
Da das mittlere Erkrankungsalter bei Chlamydien-Infektionen bei 26 Jahren liegt und viele Frauen zu diesem Zeitpunkt mit ihrer Familienplanung noch gar nicht begonnen haben, bieten wir Ihnen diese Untersuchung nach dem 25. Geburtstag an.

Infektionen

Bei Patientinnen mit unerfülltem Kinderwunsch kann eine Untersuchung auf Chlamydien-Antikörper sinnvoll sein, um Risiken für eine Eileiterveränderung abzuschätzen. In der Schwangerschaft können auf Wunsch Antikörperbestimmungen durchgeführt werden für Zytomegalie, Toxoplasmose, Listerien und Ringelröteln.

Humane Papillomaviren (nach dem 17. Lebensjahr)

gegen Hepatitis B – Eine Ansteckung mit Hepatitis B kann über Blut oder Schleimhautkontakt erfolgen. Während der Geburt kann das Virus auch auf das Neugeborene übergehen. Vor einer geplanten Schwangerschaft empfehlen wir deshalb die Vervollständigung des Impfschutzes.

Medizinisch sinnvolle Hormonbestimmungen übernimmt in der Regel die Krankenkasse. Auf Wunsch können zusätzliche Untersuchungen erfolgen. Gerne beraten wir Sie diesbezüglich

Laboruntersuchungen übernimmt bei medizinischer Notwendigkeit die Krankenkasse. Wünschen Sie eine Überprüfung bestimmter Organe oder Stoffwechselwege als Vorsorgeleistung, führen wir die entsprechenden Untersuchungen als Selbstzahlerleistung durch. Bei der Auswahl der sinnvollen Blutuntersuchungen helfen wir Ihnen gerne.

Hepatitis B

In Baden-Württemberg werden die Kosten von den meisten gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Zusatzleistungen in der Schwangerschaft

Auf Wunsch führen wir für Selbstzahlerinnen auch Untersuchungen durch, die über den Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen hinausgehen (Individuelle Gesundheitsleistungen – IGeL):

Erweiterter Blutzucker-Belastungstest (75g-oGTT)

Die Mutterschaftsrichtlinie legt zur Diagnostik eines Schwangerschaftsdiabetes ein zweistufiges Vorgehen fest: Zunächst wird unabhängig von Tageszeit und Nahrungsaufnahme ein sogenannter Screeningtest (50-g-oGTT) durchgeführt, bei dem Sie 50 g Glucoselösung trinken. Eine Stunde später wird in Ihnen Venenblut abgenommen zur Bestimmung des Blutglucosegehalts. Bei Auffälligkeit folgt einige Tage später ein erweiterter Blutzuckertest als Diagnostiktest (75­g-oGTT).
Dieses Vorgehen widerspricht den Empfehlungen der Fachgesellschaften. Dabei ist die Datenlage auf deren Seite: Fast ein Drittel der betroffenen Frauen wird mit dem einfachen Test nicht erkannt. Gerne beraten wir Sie hierzu und führen auf Wunsch direkt den erweiterten Test durch.

Ultraschalluntersuchungen

Gesetzlich sind drei Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft vorgesehen. Sollten Sie ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis haben und zusätzliche Ultraschallkontrollen wünschen, sprechen Sie uns bitte an.

Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft sind nach heutigem Wissensstand sicher. Die aktuelle Strahlenschutzverordnung empfiehlt jedoch, auf nicht notwendige Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft zu verzichten.

Labordiagnostik

Bei ungefähr jeder fünften Frau ist die Scheide mit Streptokokken besiedelt. In seltenen Fällen kann es während der Geburt zu einer folgenschweren Infektion des Kindes kommen. Bei Nachweis von Streptokokken in der Scheide kann während der Geburt ein Antibiotikum verabreicht werden, das das Infektionsrisiko für Ihr Kind senkt.

In der gültigen Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe wird zu einem Screening aller Schwangeren in der 36. Schwangerschaftswoche geraten. Derzeit ist ein solches Screening aber nicht Teil der Mutterschaftsrichtlinien und daher auch keine Kassenleistung. Nur bei bestimmten Risikokonstellationen wird der Test als Kassenleistung durchgefü